25. HUMBOLDT-SYMPOSIUM: Globale Asymmetrien - who owns today?
Das diesjährige Symposium steht unter dem Titel “Globale Asymmetrien - Who owns today?” und findet am 20. Mai 2026 an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin statt. In fünf Panels diskutieren führende Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft über die aktuelle sowie über bestehende und sich wandelnde globale Machtstrukturen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Fragen der Entwicklungspolitik, die Rolle Europas im Kontext der Systemrivalität zwischen China und den USA sowie zentrale Herausforderungen globaler Verteilungsfragen.
Zu den Gästen zählen unter anderem die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche, die ehmalige Bundestagspräsidentin und Bundestagsabgeordnete Claudia Roth sowie der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft Prof. Dr. Moritz Schularick, neben zahlreichen weiteren prominenten Stimmen.
Das Symposium dient dazu, unterschiedliche Perspektiven auf globale Ungleichgewichte kritisch zu beleuchten und soll dabei eine Plattform für interdisziplinären Austausch bieten.
Globale Asymmetrien - Who owns today?
〰️
Globale Asymmetrien - Who owns today? 〰️
-
Chinas Investitionen in Infrastruktur, Rohstoffe und Entwicklungsländer prägen längst nicht mehr nur wirtschaftliche Beziehungen, sondern auch globale Machtverhältnisse. Doch sind sie ein Weg zu echter Partnerschaft oder schaffen sie neue Abhängigkeiten?
Das Panel beleuchtet, wie Kredite, Infrastrukturprojekte und strategische Interessen politischen Einfluss ermöglichen und welche Perspektiven die Empfängerländer einnehmen. wie der Weltbank oder dem EU Global Gateway diskutiert. Mit Blick auf Europa stellt sich die Frage, wie sich die EU in einer sich wandelnden globalen Ordnung positionieren sollte.
Prof. Dr. Maximillian Mayer, Politikwissenschaftler und Juniorprofessor an der Universität Bonn und am CASSIS.
Dr. Jürgen Zattler, Entwicklungs- und Makroökonom
Prof. Dr. Anna-Katharina Hornige, Direktorin des IDOS
moderiert von Prof. Genia Kostka, Professorin für chinesische Politik an der FU Berlin
-
-
Der strategische Wettbewerb zwischen den USA und China steht für einen grundlegenden Systemkonflikt zwischen unterschiedlichen politischen und ökonomischen Modellen. Während die USA ihre Führungsrolle verteidigen, baut China seinen globalen Einfluss aus. Handelsbeziehungen, Lieferketten, Technologieführerschaft und Allianzen werden neu justiert mit direkten Auswirkungen auf Europa. Für Deutschland als exportorientierte Volkswirtschaft entsteht daraus eine zentrale Herausforderung: Wie lassen sich wirtschaftliche Stärke und politische Handlungsfähigkeit in einem zunehmend polarisierten Umfeld sichern? Das Panel diskutiert, welche Rolle Deutschland in diesem Spannungsfeld einnehmen kann.
Dr. Daniel Stelter, Ökonom, Unternehmensberater und Publizist
Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie.
Prof. Dr. Moritz Schularick, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft
moderiert von Holger Zschäpitz, Leitender Wirtschaftsredakteur WELT und Podcast-Host “Alles auf Aktien”
-
Südkorea vereint eine stabile Demokratie mit einer außergewöhnlich hohen Konzentration wirtschaftlicher Macht. Große Familienkonzerne, die sogenannten Chaebol, dominieren die Wirtschaft. Die größten unter ihnen machen einen erheblichen Anteil der Wirtschaftsleistung aus und sind eng mit politischen Entscheidungsprozessen verflochten. Fälle von Korruption und Begnadigungen zeigen, wie groß ihr Einfluss ist.
Das Panel beleuchtet dieses Spannungsverhältnis und fragt: Von wem geht die Macht tatsächlich aus – von der Politik, von wirtschaftlichen Eliten oder aus einer Symbiose beider? Und wie gelingt es Südkorea dennoch, eine der stabilsten Demokratien weltweit zu bleiben? Ein Blick auf dieses Modell eröffnet neue Perspektiven auf die Balance zwischen wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und demokratischer Kontrolle.
Dr. Eric J. Ballbach, Wissenschaftler bei der SWP mit Schwerpunkt auf Außen- und Sicherheitspolitik Nord- und Südkoreas
Dr. Floian Pölking, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrender am Institut für Koreastudien der FU Berlin
Gwendolyn Domning, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin am Institut für Koreastudien der FU Berlin
Torsten Herbst, Deutscher Politiker und Beisitzer im Bundesvorstand der FDP
moderiert von Hartmut Koschyk, Vorsitzender der Deutsch- Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages 1998 bis 2017
-
mit catering
-
Sanktionen gelten als eines der zentralen Instrumente internationaler Politik, um auf Konflikte und Regelverstöße zu reagieren. Doch wie wirksam sind sie tatsächlich und wie sind sie moralisch zu bewerten? Das Panel diskutiert anhand aktueller und historischer Beispiele die politischen Effekte und ethischen Dilemmata von Sanktionen.
Drei Expert:innen vertreten unterschiedliche Positionen und treten in einen direkten Austausch. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Sanktionen zur Konfliktlösung beitragen können oder selbst neue Probleme schaffen.
Dr. Tim Wegenast, Senior Researcher am Fachbereich Politik- und Verwaltungswissenschaft der Universität Konstanz und Dozent an der Universität Luzern
Christian von Soest, Politikwissenschaftler, Leiter Politikberatung des GIGA
Prof. Dr. Marie Debre, Professorin für internationale Beziehungen und Inhaberin des Lehrstuhls für internationale Beziehungen an der Zeppelin Universität
moderiert von Lukas Scholle, Publizist und Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins Surplus
-
Wer entscheidet über Frieden – und wer bleibt außen vor? Das Panel zeigt, warum Gleichberechtigung kein Nebenthema ist, sondern eine zentrale Voraussetzung für stabile internationale Beziehungen. Studien belegen, dass Friedensabkommen nachhaltiger sind, wenn Frauen beteiligt sind - dennoch sind sie in Verhandlungen weiterhin stark unterrepräsentiert. Die Speakerinnen bringen Perspektiven aus Politik und Praxis ein und diskutieren, wie bestehende Machtverhältnisse in der Außen- und Entwicklungspolitik wirken und was sich konkret ändern müsste. Dabei geht es nicht nur um normative Fragen, sondern auch um messbare politische und wirtschaftliche Auswirkungen sowie um die Rolle Deutschlands in der Umsetzung feministische Entwicklungspolitik.
Claudia Roth, Bundestagstagsabgeordnete von Bündnis 90/ Die Grünen und seit 2015 Sprecherin ihrer Fraktion für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Dr. Ursula Schäfer-Preuss, Stellvertretende Vorsitzende von UN Women Deutschland