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Wa(h)re Bildung – Von der Wissensgesellschaft zur Wissenswirtschaft?Podium 1: Humankapital im WettbewerbDer kontroverse Begriff des Humankapitals entwickelt sich zunehmend zu einer gesellschaftlich essentiellen Problematik. Er beinhaltet die Fähigkeit eines Jeden, sich kognitives Wissen anzueignen und dieses effizient zum persönlichen und gesellschaftlichen Nutzen anzuwenden. Demgegenüber steht die Instrumentalisierung der menschlichen Fähigkeiten und des Menschen an sich.
Das Erfordernis einer gebildeten und international wettbewerbsfähigen Nation geht einher mit der dazu nötigen Finanzierung. Es gilt, auch zukünftig die Abwanderung von deutschen Fachkräften mittels finanzieller und standortgebundener Anreize zu verhindern. Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, muss es zugleich gelingen, ein attraktives Ziel für ausländische Studenten und Arbeitskräfte darzustellen.
Auf welchem Wege soll dies geschehen? Ist in Zeiten der Finanzkrise eine derartige Lösung aus deutscher Sicht überhaupt sinnvoll?
Podium 2: Bildungsinstitutionen im WandelIn Deutschland ist Bildung traditionell eine Domäne des Staates. Um die Effizienz und Qualität in der Bildung zu erhöhen, wird aber seit kurzem versucht, deutsche Bildungsinstitutionen mehr und mehr nach marktwirtschaftlichem Prinzip zu organisieren. Aber wird die Qualität der Bildung so tatsächlich erhöht? Und kann eine Universität ihrer Hauptaufgabe, der Pflege in Forschung und Lehre, dann noch nachkommen?
Fraglich ist auch, was eine verstärkte Privatisierung der Hochschullandschaft in Deutschland bewirken könnte. Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass private Universitäten oft nur den Massensektor bedienen, während Eliteuniversitäten vom Staat getragen werden. Gleichzeitig gibt es etwa in den USA zahlreiche Gegenbeispiele. Was lässt sich daraus für Deutschland schließen?
Podium 3: Universität und Forschung 200 Jahre nach HumboldtDie Idee der engen Zusammenwirkung von Forschung und Lehre war vor 200 Jahren der Grundgedanke der Gründung der Universität zu Berlin. Das humboldtsche Bildungsprinzip diente weltweit jahrzehntelang als Vorbild für eine moderne universitäre Bildung. Doch das Prinzip einer wissenschaftlichen Symbiose scheint in der gegenwärtigen Bildungslandschaft Deutschlands überwiegend unterzugehen. Die Kluft zwischen Lehre und praxisorientierter Forschung, die größtenteils an universitätsexternen Instituten stattfindet, weitet sich aus.
Wie könnte das an amerikanischen Spitzenuniversitäten immer noch erfolgreich durchgesetzte Konzept einer intensiven universitären Forschungsarbeit auch an deutschen Hochschulen umgesetzt werden? Existieren dafür erste Ansätze? Wie sollten sie umgesetzt werden?
Streitgespräch: StudiengebührenLangzeitstudenten, fehlende Gelder, mangelndes Engagement in der Lehre: die Probleme deutscher Hochschulen sind hierzulande zahlreich. Als Hauptursache für die Ineffizienzen im deutschen Bildungssystem wird die Trennung von Nutzern und Anbietern betrachtet. “Studiengebühren“ lautet das Zauberwort. Ein Instrument, das die Studierenden als Nachfrager stärken und somit Anreize für ein zügiges Studium setzen sowie Druck auf die Hochschule als Anbieter ausüben soll.
Umstritten bleiben jedoch die übrigen Effekte von Studiengebühren. Hohe Risikoaversion in bildungsfernen Schichten könnten etwa zum gänzlichen Verzicht auf ein Studium führen, so die Kritiker. Wie also können bestehende Ineffizienzen im deutschen Bildungssystem beseitigt werden, ohne sozialpolitische Ziele wie die Chancengleichheit zu gefährden?
Abschlussdiskussion: Lehre – zwischen Eliten- und BreitenförderungVerschärft durch den demografischen Wandel sieht Deutschland sich bedroht von einem enormen Fachkräftemangel. Das schlechte Abschneiden bei internationalen Bildungsstudien bestätigt die schwierige Ausgangssituation. Während Länder wie Schweden oder Frankreich sich dem Thema beherzt annehmen, fehlt im förderalistischen Deutschland ein einheitliches Konzept.
Sollte man ein stärkeres Augenmerk auf die Elitenbildung setzen und so Exzellenzinitiativen für die Lehre bei Universitäten sowie Fasttrack-Kindergärten förden? Oder gilt es die Breitenförderung mit Ganztags- und Gemeinschaftsschulen stärker auszubauen? |
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